Dienstag, 25. November 2014

Wenn der Frust einen überkommt…

…oha was prodelte die Wut in mir als ich gestern Abend nach meiner montäglichen Physio nach Hause kam. Ein Bild der absoluten Verwüstung bot sich mir. 

Wut, Frust, Fassungslosigkeit, Traurigkeit…alles mischte sich in mir und wechselte sich ab.
Lur hatte die neu gekaufte Couch in die Mangel genommen und das so richtig.
Er hatte das bereits letzten Mittwoch gemacht, als ich schwimmen war, und da dachte ich, es lag daran, dass er gefrustet war, weil Primo seinen Ball nicht nur geklaut, sondern auch kaputt gemacht hat, sodass es auf der gesamten Hunderunde kein Ballspiel mehr möglich war.
Aber jetzt?!
Ich bin fassunglos – ich war mit ihm eine Mittagsrunde und nur zwei Stunden später erneut draußen unterwegs.
Wir laufen viel, spielen, kuscheln und er muss Kopfarbeit (schnüffeln, suchen) leisten – also an unzureichender Auslastung kann es wohl kaum liegen :/

Sofort habe ich das Chaos beseitigt, seinen Platz auf der Couch vollständig geräumt. Meinen Nachbar gebeten die ausgehangene Tür wieder anzubringen, um so tagsüber und wenn ich nicht zu Hause bin ihm den Zugang zum Wohnzimmer nicht mehr zu ermöglichen.
Man muss dazu sagen, den Platz auf der Couch hat er deshalb, weil er immer auf der Couch liegt sobald wir nicht zu Hause sind und da können wir ihm das nicht verbieten. Und damit eben die Couch nicht durch seine Haare versaut wird, liegt da seit jeher eine Decke wo er drauf liegt.

Meine Gefühle sind mir dann leider vollkommen entglitten und so habe ich erst dolle mit ihm geschimpft und ihn ins Schlafzimmer geschickt (obwohl es ja eigentlich sinnlos ist dann noch zu schimpfen, weil Hunde das angeblich ja nicht mehr verknüpfen mit ihrer „Tat“) und dann hemmungslos geheult. Da kam Luri angeschlichen und hat mit seiner Schnauze meine Hände weggedrückt um mich zu trösten. Er hat sogar meine Tränchen abgeleckt, da musste ich noch mehr heulen. Irgendwie kann man da niemanden mehr böse sein oder?

Nachdem ich etwas runter gefahren bin habe ich erstmal eine Bekannte angeschrieben die auch Tiertrainerin ist und sie hat mir a) das geraten was ich so schon gemacht habe (Couch zur Tabuzone erklärt und nicht mehr zugänglich zu machen) und b) seine Schilddrüse untersuchen zu lassen…mh, mal schauen (ist ja nicht so, dass die Tierarztkosten schon hoch genug sind…)
Gleichzeitig habe ich das Thema bei uns in der Facebookgruppe der TierBlogger eingestellt und da auf Hilfe und Rat gehofft.
Prinzipiell ist ja nicht das Problem zu bekämpfen, sondern dessen Ursache und seit dem rätsel ich ja auch wie wild, aber kann außer wage Vermutungen nichts eindeutig fest machen.

Schließlich wohnen wir seit April hier und mein Rhythmus ist stets derselbe. Es gibt also nichts neues, wo man jetzt sagen könnte, es wäre ein Schock für ihn und es würde ihn total beeinflussen.

Kommentare:

  1. Ach, wir können dich verstehen !
    Es ist nicht immer alles super schön und klappt von Anfang an prima.
    Warscheinlich ist Luri erst jetzt wirklich angekommen und zeigt das auch.
    Nicht jeder Hund bleibt so wie er sich in den ersten paar Monaten gezeigt hat.., manches kommt erst später zum Vorschein.

    Aber ich bin mir sicher, auch dieses Problem bekommt ihr in den Griff.
    Kopf hoch, liebe Anja.
    Du hast einen tollen Luri - der vielleicht einfach nur zur Zeit eine schwere Phase hat. Wer weiß, was der arme Kerl alles schon erlebt habt....

    LG, Carola mit Deco + Pippa

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  2. Liebe Carola,
    wir haben Luri seit 3,5 Jahren und damsl hat sich auch erst Monate später sein "wahres" Gesicht gezeigt, was leider nicht so lieb und gutherzig war, wie man es beschrieben hatten. Luri hat in der Tat viel durchgemacht. Er muss unendlich schwer misshandelt wurden sein. Schläge sind ihm wohl sehr viele zuteil geworden, denn allein, wenn man die Hand hebt zuckt er zusammen und fürchtet sich daher vor "fremden Händen". :/ Arme Socke. Aber auch das bekommen wir hin, ich seh es Positiv. :) Wir danken euch von Herzen.
    Eure Anja und Luri <3

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