Montag, 3. November 2014

Wien

Nachdem so viele schon von Wien geschwärmt haben und ich bereits mindestens zwei Postkarten von Wien am Kühlschrank hängen habe, wollte ich auch endlich mal diese so gehypte Stadt sehen. Den passenden Reiseführer habe ich seit Monaten auf der Kommode liegen und nun ergab es sich.
Da mein eigentlicher Urlaub an die Ostsee aufgrund meines gesundheitlichen Zustandes ausfiel und ich mega traurig war, beschloss ich mit meinen Eltern eine Woche später für 3 Tage nach Wien zu fahren.

Schnell fanden wir ein passendes Hotel, wo auch unser Hund herzluch Willkommen war - das Hotel Franzenshof im Stadtteil Leopoldstadt.
Das Hotel wirbt direkt für Urlaub mit dem geliebten Hund und bietet mit dem "Frauchen, Herrchen & Hund" ein super Angebot, um Wien für ein paar Tage zu erkunden. 
Praktisch ist, dass man vom Napf über die Hundedecke überhaupt nichts mitbringen muss, denn das Hotel stellt einem alles das. Das Hotel wirkt sehr sauber, freundlich und eben herzlich.
So fanden wir ein wunderschönes Hotelzimmer vor, welches in einer Ecke alles für die liebe Fellnase bereit hielt. Selbst ein paar selbstgebackene Leckerlis und ein kleiner Futterbeutel standen neben einer Hundezeitung und ein paar Infobroschüren bereit. Ich kann das Hotel zu 100% weiter empfehlen.



Am Freitag kamen wir gegen 16 Uhr endlich nach 7,5h Fahrzeit in Wien an und waren von der dortigen Kälte und dem eisigen Wind geschockt. Dennoch machten wir uns direkt zur ersten Erkundungstour auf – zum Prater.
Der Prater ist ein weitläufiges Areal, das vorallem mit viel Grün besticht. Entlang der Donau kann man in der grünen Oase sicher herzlichst entspannen und die Natur fernab vom Großstadttrubel genießen.

Wir erkundeten jedoch den unter Touristen beliebten "Wurstelprater".
Vom Hotel erhielten wir Freikarten für eine Fahrt mit dem historischen Wiener Riesenrad, welches bereits 1897 erbaut wurde . Leider sahen wir von außen nicht, wie viele Leute anstanden und so mussten wir knapp eine halbe Stunde warten, bis wir in die Gondel einsteigen durften. Mit Maulkorb darf auch der Hund kostenlos mitfahren, obwohl ich glaube Luri hätte lieber drauf verzichtet.


Leider war es zum Zeitpunkt unserer Fahrt schon dunkel, sodass wir nur vereinzelt Wien erkennen konnten, aber einen wunderschönen Blick über den bunt beleuchteten Jahrmarkt hatten. Nach knapp 13 Minuten war die Fahrt dann auch schon wieder vorbei und wir machten uns auf etwas Essbares zu finden und den Tag ausklingen zu lassen.

Am nächsten Morgen nahmen wir uns vor das Herz von Wien zu erkunden. Mit der U-Bahn ging es Richtung Naschmarkt, wo wir zuerst die Wiener Karlskirche besichtigten.

 
Der Naschmarkt selbst ist ein üblicher Handelsmarkt. Hier findet man sämtliche Leckereien aus allen Herren Länder. Von unzähligen Gewürzen, exotischen Früchten, außergewöhnliche Gemüsesorten, Süßwaren und auch herzhafte Speißen. An jeder Theke wird man direkt angesprochen, ob man probieren will. Die Preise sind schon recht gesalzen, aber den Naschmarkt muss man wirklich mal gesehen haben. Platzangst sollte man jedoch nicht haben, denn es ist ein wahres Gedrängel.

Luri war das einfach zu viel, sodass wir nach der Hälfte die Flucht ergriffen und direkt an einer Hundezone heraus kamen. Ein kleiner umzäunter Bereich inmitten der Stadt, wo Hunde frei laufen und toben können. 


Hundezone

Nachdem Luri neue Freundschaften geknüpft und sich etwas ausgetobt hatte, sind wir weiter Richtung Museumsplatz, zum Parlament, haben das Rathaus gesehen, den Michaelis und den berühmten Stephans Dom.

Kunsthistorisches Museum Wien
Lur, ich und Kaiserin Sisi
Parlament
Rathaus

Gegen Mittag kehrten wir im berühmten Figlmüller ein, wo uns richtiges Wiener Schnitzel erwartete. Vorab ist zu sagen, dass man auf alle Fälle reservieren sollte, denn hier muss man sonst anstehen. Das Restaurant ist Hundefreundlich und so dürfen die lieben Vierbeiner mit rein. Luri war durch die Kälte und das Laufen so müde, dass er prompt unter dem Tisch eingeschlafen ist während wir uns lecker Schnitzel gönnten. 

Mein Schnitzel *yummi*

Ich bin ja eine gute Esserin, wenn ich will, aber dieses Schnitzel habe ich wahrlich nicht geschafft, sodass wir uns den Rest einpacken ließen. Ok, ich hätte es sicherlich geschafft, aber dann hätte der leckere Kaiserschmarn sicherlich keinen Weg mehr in meinem Bauch gefunden.

Gestärkt ging es dann weiter in die Innenstadt von Wien. Ein paar Souvenirs und Postkarten mussten gekauft werden. Gegen Nachmittag erreichten wir dann das Café Sacher, denn wenn man schon einmal in Wien ist, muss man auch Sacher Torte probieren. In dem Café Sacher selbst sind Hunde leider nicht erlaubt, aber in der Sacher Stube, die sich direkt daneben befindet. Auch hier muss man leider anstehen und etwas Geduld mitbringen.

Aber sei es bei Figlmüller oder im Café Sacher, man wird binnen weniger Minuten bedient, sodass man schnell wieder raus ist und der nächste Schwung Einzug halten kann. Man ist also auf den Massenandrang gut vorbereitet, aber ohne jegliche Hektik zu verbreiten. Ich kann beides nur wärmsten empfehlen.
Von der Kälte gezeichnet sind wir dann auch erstmal für eine Stunde zurück in unser Hotel, bevor wir die Grünflächen rund um den Prater unsicher gemacht haben. Auch hier gibt es eine Hundezone, wo Luri nach Herzenslust herum toben konnten.

Luri genießt die Pause

Danach sind wir noch einmal quer über den Rummel, haben sogar hier und da mal Dosenwerfen gemacht und die waghalsigen Attraktionen bestaunt. Überschlagfans kommen total auf ihre Kosten.
Rückwärts kehrten wir in einem kleinen Lebensmittelladen ein der unzählige exotische Köstlichkeiten bot. Neben ein paar weiteren Gewürzen kaufte ich mir auch roten Reis – der schmeckt wirklich köstlich.

grüßere Hundezone am Prater

Am aller letzten Tag packten wir unsere sieben Sachen und hielten auf der Rückfahrt noch am Schloss Schönbrunn an. Schloss Schönbrunn ist das Schloss von Sisi und Franz. Wer kennt sie nicht, die alljährlich zu Weihnachten gezeigten Sisi Filme?! Und ja, ich schau sie jedes Jahr, weil ich diese Filme so liebe und so war es für mich ein besonderes Muss hier Halt zu machen.
Hunde sind leider auf dem gesamten Schlossgelände verboten, sodass Luri im Auto warten musste und wir nur wenig Zeit hatten.

Schloss Schönbrunn


Wir machten einen kurzen Rundgang um das Schloss, was bereits eine Attraktion selbst ist. Durch die Gärten gelangt man in den riesen Schlosspark. Der Blick vom Balkon aus war der Wahnsinn. Der Park steht den Besucher kostenlos zur Verfügung und so sieht man überall unzählige Jogger die sich ihren Weg durch die knipsenden Besucher bahnen.

Blick vom Balkon über den Schlosspark
Brunnen mit Blick zur Vogelvoliere
Sisi und Franz

Für die Besichtigung des Schlosses blieb leider keine Zeit, aber bei den Massen an Besuchern, direkt nach Eröffnung der Tore, hätte man sicher auch eine Menge Zeit gebraucht.
Dafür gönnte ich mir eine Biografie von Sisi und war bereits nach Lesen des Klappentextes geschockt, denn Sisi fiel einem Attentat zum Opfer – wusstet ihr das?! Also ich nicht.
Anschließend machten wir uns auf den langen Heimweg.

Mein Fazit über Wien – so hoch gepriesen und umschwärmt, wie es wird, finde ich Wien nicht. Im Zentrum mag Wien durch seine Prunkbauten sehr beeindrucken, aber sobald man in die äußeren Stadtteile kommt war ich sehr schockiert, denn alles sah so schäbig aus. Die Schaufenster der Läden und Kneipen verdreckt und unsauber.
Gut das schlechte Wetter trug seinen Rest dafür bei, aber wo liegt das Problem beim Putzen? Irgendwie stellt man sich Wien als eine so strahlende wunderschöne Stadt vor und dann wird man ziemlich hart auf den Boden der Tatsachen gebracht. Ich fand Wien ist sich sehr ähnlich mit Prag, welches auch eine wundervolle Stadt ist, aber auch hier und da ziemlich abgewirtschaftet aussieht.

Für Hunde ist die Stadt defintiv nicht geeignet, denn unterwegs sah man auch nur selten welche und ich würde niemanden raten mit seinem Hund nach Wien zu reisen, denn es gibt im Innenstadtbereich keine Grünflächen. Wien versucht zwar durch sogenannte Hundezonen auch in der Stadt den Hunden etwas zu bieten, aber es ist nur ein kleiner Trost, vorallem, wenn man einen Jagdhund wie Luri hat.

Sicher mag Wien an der Donau und an den weiten Praterwiesen ein Hundeparadies sein und sicher hat Wien mehr zu bieten, als die absoluten Sehenswürdigkeiten, aber in 2 Tagen ist einfach nicht mehr zu schaffen, als sich nur auf das wichtigste und berühmteste zu konzentrieren.

Luri war nach all dem sichtlich froh wieder zu Haus zu sein. Die lange Autofahrt und die Menschenmassen, die trotz schlechtem Wetter sich durch die Innenstadt quetschten, waren Stress pur für den kleinen Mann - nicht auszumalen, wie viele Menschen in der Stadt bei schönem Wetter und Ferien wären...Des Weiteren sind Hunde an und in vielen Sehenswürdigkeiten verboten, sodass man eben darauf verzichten oder die geliebte Fellnase allein zurück lassen muss.

Aber etwas Positives hat Wien dennoch, es beeindruckt mit seinen Prunkbauten und man kann sich herrlich durchfuttern, egal ob Kaiserschmarn, Sacher Torte oder Wiener Schnitzel, ob für Leckermäulchen oder echte Kerle, für jeden ist was dabei.

Kommentare:

  1. Uns ging es bei unserem Wien Besuch genauso. Ganz schön anzusehen mit Hund allerdings nicht so dolle. Wir hatten das Glück bei einer Freundin wohnen zu können, die 15 km von Wien entfernt wohnt und selber zwei Hunde hat. Bei der Freundin und ihrem unbeschreiblich riesigen Garten (11.000 qm) konnten wir die Seele baumeln lassen und uns von Wien erholen.
    Liebe Grüße
    Anna
    Canistecture Rudelführerin

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  2. Danke für den tollen Reisebericht. Wir haben Euch gleich in unsere Blogroll aufgenommen und freuen uns auf viele tolle Geschichten von Euch Beiden.

    Liebe Wuff-Grüße
    von Claralotti mit Frauchen

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